Ursprung der Akupunktur


Die Akupunktur ist eine der ältesten medizinischen Wissenschaften. Die ältesten bekannten Schriften über die Akupunktur sind mehr als 4000 Jahre alt. Der Ursprung der Akupunktur hat allerdings einen kriegerischen Hintergrund: Man stellte fest, daß bei Soldaten die von Pfeilen verwundet wurden, plötzlich ihre alten, teilweise chronischen Erkankungen verschwanden.

Dieses Phänomen wurde schriftlich festgehalten und systematisch untersucht. Daraufhin stellten die Chinesen fest, daß es egal war, wie groß die Wunde war, daß es aber nicht egal war, wo diese Wunde war. Es folgte daraus die Überlegung, daß es möglich sein müßte, durch genaues Stechen bestimmter Punkte auf der Haut Krankheiten zu heilen.
   

Früher wurden zur Akupunktur Nadeln aus Stein benutzt. Später waren sie aus Bambus. Heute sind sie aus Metall, Silber, Gold oder Molybdän. Sie haben unterschiedliche Längen und Dicken. Ob bei einer bestimmten Erkrankung eine Silber-, Gold- oder Metallnadel besser wirkt ist umstritten. Auch heute noch gehen da die Meinungen auseinander.

Meridiane

Die Akupunktur ist der Meinung, daß die größte Anzahl der Akupunkturpunkte auf bestimmten Meridianen liegen.

Diese Meridiane sind bestimmte Bahnen, die unseren Körper durchziehen, ähnlich den Blut-, Lymph- und Nervenbahnen.

Durch bildgebende medizinische Untersuchungen sind diese Meridiane allerdings (noch) nicht zu erkennen. Es ist allerdings festzustellen, daß der Hautwiderstand auf den Meridianen und vor allem auf den Akupunkturpunkten ein anderer ist, als auf Hautstellen die nicht auf dem Meridianverlauf liegen. Der Patient kann aber die Energie, die durch den Meridian läuft spüren, da er bei dem Stechen eines Akupunkturpunktes ein sogenannte de-Chi- Erlebnis hat. Er spürt einen kleinen leichten Stromschlag, der ein Zeichen seiner Energie (Chi) ist.

Es gibt insgesamt 24 Meridiane (12 Hauptmeridiane auf jeder Körperhälfte) und 2 Gefäße auf denen sich ca. 300 Akupunkturpunkte befinden. Von den 12 Meridianen gehören 6 zum Yang- und 6 zum Yin- Prinzip. Diese 12 Hauptmeridiane haben jeweils einen Bezug zu bestimmten Organ- oder Funktionssystemen.

Zusätzlich haben wir noch 2 Gefäße (Meridiane ohne Organbezug), die auf der Mittellinie unseres Körpers verlaufen.


Was sind Meridiane?


  • Konzeptionsgefäß:
    Es verkörpert das Weibliche, Weiche, das Aufnehmen, das Yin.
    Er verläuft auf der vorderen Körpermitte von der Symphyse über den Nabel bis zum Unterkiefer.


  • Gouverneur – Gefäß (auch Lenker-Gefäß genannt):
    Es verkörpert das Harte, Männliche, das Feste, Kraftvolle, das Yang.
    Es verläuft vom Steißbein über die Wirbelsäule, den Schädel bis zur Oberlippe.

Yin und Yang

Die Menschen im frühgeschichtlichen China gingen davon aus, daß es in der Weltordnung zwei Kräfte gibt, die sich wechselseitig beeinflussen.

   

Sie nannten diese beiden Kräfte Yin und Yang.
Sie meinten das alles in der Natur bestehende aus diesen beiden Kräften erwächst: Tag und Nacht, Heiß und Kalt, Leben und Tod, Fülle und Leere, u.s.w.
Yin und Yang ist in einer umfassenden Energie zusammengefaßt, der Lebensernergie dem Chi.
Nach der alten chinesischen Meinung sind alle Dinge dieser Welt aus dem Yin und Yang erzeugt, wobei diese beiden Faktoren aber nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern, wenn sie im Einklang zueinander sind, sich harmonisch ergänzen. So lange beim Menschen die beiden Kräfte Yin und Yang im Gleichgewicht sind, ist der Mensch gesund.


  • Yang:
    Das Männliche, väterliche Kraft, das Positive, das Licht, die Sonne, das Feuer, der Tag,, das Helle, Harte, Trockene, Yang ist das Positive.


  • Yin:
    Das Weibliche, mütterliche Kraft, das Negative, Das Dunkel, der Mond, die Nacht, das Wasser, das Passive, das Feuchte, Yin ist das Negative.

Möglichkeiten und Grenzen der Akupunktur


Die Therapie bei der Akupunktur besteht darin, Punkte auf den einzelnen Meridianen zu Nadeln, wobei diese Punkte vom Erfolsorgan weit entfernt (Fernpunkte), aber auch in dessen nähere Umgebung liegen können (Nahpunkte).

Durch die Akupunktur werden die Selbstheilungskräfte des Körpers gereizt und entfacht. Nach der chinesischen Energielehre werden Fülle- und Leerezustände im Organismus ausgeglichen, so daß es zu einer gleichmäßigen Verteilung des Chi (Lebensernergie) kommt, der Körper und die Organe in Harmonie, im Gleichgewicht sind.

Die sterilen Akupunkturnadeln verbleiben verchieden lange in den Akupunkturpunkten. Von einigen Sekunden bis zu Minuten und sogar Tage (mit Dauernadel im Ohr) bleiben die Nadeln im Körper.

Kurz nach dem Einstich zeigt sich um die Akupunkturstelle eine rote Hautverfärbungen, die eine positive Reaktion darstellt.

Der Patient empfindet ein Gefühl der Wärme, des Kribbelns, es kann auch ein Ziehen sein, ein Schweregefühl oder ein leichter (angenehmer) elektrischer Strom.

Durch die Akupunktur können:

  • die Organe wieder besser arbeiten, da ihre Leistung angeregt werden,
  • körpereigene Stoffe ausgeschüttet werden (Endorphin, Serotonin und andere Botenstoffe, sowie Hormone),
  • die Muskeln entspannen,
  • Gefäße aktiviert werden,
  • Abwehrkräfte aufgebaut werden, da das Immunsystem aktiviert wird

Die Akupunktur kann u.a. nicht :

  • Erbkrankheiten heilen,
  • degenerative Organveränderungen rückgängig machen,
  • endogenen Depressionen heilen,
  • Infektionserkrankungen heilen
  • bösartige Geschwulste heilen,
  • Multiple Sklerose (MS) heilen


Welche Arten der Akupunktur gibt es ?
Neben der oben beschriebenen Körperakupunktur gibt es noch einige Varianten der Akupunktur die häufig eingesetzt werden:

Das Moxen

Beim Moxen werden die eingestochenen Akupunkturnadeln mit bestimmten Kräutern erhitzt. Das Kraut wird zum Bällchen geformt und auf die Nadel gesteckt, die sich langsam erhitzt.

Allerdings sollte man nicht bei Entündungen und  Fieber moxen. Die Chinesen sagen „Man soll nicht moxen wenn die Krankheit feurig ist“.

Eine 2. Variation ist das Erhitzen der Akupunkturstelle mit einer Moxazigarre, bei der keine Nadel zu Einsatz kommt. Wenn der Patient sagt, daß die Stelle für ihn unangenehm heiß wird, zieht man die Zigarre zurück. Nach drei- bis fünfmaligen Betupfen wird ein anderer  Punkt gemoxt.
Bei der 3. Variante wird das Moxakraut auf ein Ingwerplättchen gelegt und angezündet und kann dann wenn der Akupunkturpunkt zu heiß wird ebenfalls weitergeschoben werden.

Die beiden letzten Varianten haben den Vorteil, daß man die Körperoberfläche nicht verletzt und es nicht zu schmerzt.

Daher sind dies Arten der Akupunktur bei empfindlichen Menschen und Kindern sehr beliebt. Die Kinder finden diese Art der Akupunktur nach meinen Erfahrungen sogar sehr spannend.


Elektro- Akupunktur

  • Bei der Elektro- Akupunktur werden die Akupunkturpunkte elektrisch mit verschiedenen Frequenzen stimuliert.
  • Die Elektro- Akupunktur hat den Vorteil, daß man nicht invasiv therapieren muß, das heißt, daß die Haut der zu behandelnden Person nicht verletzt wird.
  • Das Elektro- Akupunkturgerät kann aber auch als als diagnostisches Mittel eingesetzt werden, da man mit dem Gerät behandlungswürdige Punkte auffinden kann. Dann dient es als Akupunktursuchgerät. Durch den verringerten Hautwiderstand  an den Akupunkturpunkten zeigt das Gerät den betreffende Punkt an, der entweder therapeutisch oder prophylaktisch behandelt werden kann.

Ohrakupunktur (Auriculo- Akupunktur)

Die Ohrakupunktur hat wahrscheinlich ihren Ursprung im persischen Raum.
Dort wurden schon vor 2000 Jahren Kauterisationen (Verbrennen der Haut mit einer heißen Nadel) durchgeführt.
Bekannt ist daß Hippokrates diese Therapieform bei Ischialgien eingesetzt hat.
Vor über 50 Jahren hat der Franzose Dr. med. Paul Nogier in Lyon die Ohrakupunktur wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.

Er untersuchte die Ohren seiner Patienten nach bestimmten Punkten und stellte fest, das immer die gleiche Punkte bei bestimmten Erkrankungen reagierten und einen anderen Hautwiderstand hatten.
So konnte er eine Karte des Ohres des Ohres zeichnen, auf den mehr als 110 Akupunkturpunkte verzichnet sind.

Die heutige Ohrakupunktur geht auf  Dr. med. P. Nogier zurück.

Wann kann die Ohrakupunktur eingesetzt werden?

Relative Kontraindikationen sind:
bestimmte Punkte in der Schwangerschaft,
Behandlungen nach schwerer seelischer und körperlicher Anstrengung.



Absolute Kontraindikationen sind:

  • alle Infektionserkrankungen,
  • Erbkrankheiten,
  • Psychiatische Erkrankungen,
  • Karzinome (Krebserkrankungen),
  • Schmerzen bei denen eine Operationsindikation besteht.